A Life [Divided] – Passenger (CD-2011)

Im November letzten Jahres wurde bereits die Single-Auskopplung „Heart On Fire“ veröffentlicht. Anscheinend hat diese nicht nur mir gefallen (https://dunklewelle.de/2010/12/13/a-life-divided-heart-on-fire-single-2010/)  da der gleichnamige Song „Heart On Fire“ direkt auf Platz 19 in der DAC eingestiegen ist und sich bis heute unter den TOP 20 hält.  Also war die große Frage, ob das Debut-Album der 6-köpfigen Band A Life [Divided] aus München den hohen Erwartungen standhalten kann. Am 28.01.2011 ist es nun soweit: das Album „Passenger“ wird in den Regalen stehen und auf interessierte Käufer warten. Grund genug für Radio Dunkelwelle es für seine Hörer unter die Lupe zu nehmen.

Thema des Albums ist die Reise zum „wahren Kern der Lebens […] in dem die großen Grundzüge des Daseins verborgen liegen – Liebe, Leid und Tod“. So nehmen die 11 Stücke des Albums den Hörer als Passagier mit auf eine Reise durch die verschiedenen Stimmungen:  „Heart On Fire“ und „Hey You“ für die lauterer, kämpferischen Phasen, mit starken Gitarren und kraftvollen Refrains; „Other Side“ und „Words“ mit den nachdenklichen, ruhigen Anklängen entsprechend zurückgenommen und harmonischer arrangiert; mal mit einem anklagenden Unterton wie in „Anyone“; eher resigniert wie in „Doesn’t Count“ oder im Kontrast dazu eher heiter wie im Cover von Alphavilles „Sounds Like A Melody“ oder hoffnungsvoll wie in „Save Me“ .

Die Band ordnet sich selbst im Bereich Electro-Rock mit Einflüssen  „von Depeche Mode bis Devin Townsend, von Vast bis Statix X, von Nine Inch Nails bis Bon Jovi“ ein.  Andere ziehen Parallelen zu Stabbing Westward. Für meinen Geschmack liegt der Schwerpunkt eindeutig bei Rock. Die enge Verbindung zu Eisbrecher (Sänger Jürgen Plangger ist Live-Gitarrist bei Eisbrecher; Noel Pixx von Eisbrecher ist an der Produktion von „Passenger“ beteiligt) ist z.B. beim Einsatz der  Gitarren hörbar. Insgesamt schlägt A Life [Divided] aber einen anderen Weg ein. Die Songs sind  tiefgründiger/persönlicher  gestaltet. Das gesamte Arrangement ist weniger sentimental sondern eher kraftvoll und rockig. Der Beginn des Albums erinnert an Linkin Park. Die ruhigeren Stücke setzten sich wiederum gut davon ab. Stilistischer Ausbruch sind das gelungene Alphaville-Cover und das Outro „The End“ welches auf den Elektro-Einfluss verzichtet und stattdessen Streicher als klassisches Element aufnimmt.

Fazit: Mit „Hearts on Fire“ und „Hey You“ waren zwei der bestens Stücke des Albums bereits auf der Single-Auskopplung. Im Gegensatz zu dieser hat das Album auch eine ruhigere, sanftere Seite.  Hier hat mich „Words“ überzeugt.  Das Outro setzt einen schönen Kontrapunkt. Debut-Album finde ich allerdings nicht ganz richtig. Die Band hat zuvor bereits auf kleineren Labeln veröffentlicht. Vergleicht man frühere Aufnahmen/Videos mit dem neuen Material scheint man allerdings wirklich am Ende einer Reise auf der Suche nach den Stil und Image der Band angekommen zu sein und bereit neu zu starten.

Tracklist:
01. Heart On Fire
02. Forever
03. Anyone
04. Words
05. Hey You
06. Doesn’t Count
07. Save Me
08. Other Side
09. Sounds Like A Melody (Alphaville Cover)
10. Change
11. The End

Die Band befindet sich bis 27.01.2011  auf einer Mini-Tour. Stationen sind München, Bochum, Hamburg und Berlin.

Websites:
http://www.a-life-divided.de/
http://www.myspace.com/alifedivided
http://de-de.facebook.com/pages/A-Life-Divided/116587398392097

Autor: Daray