Sweet Ermengarde – Ex Oblivione (CD-2016)

Der 11. März 2016 könnte ein Feiertag eines jeden Freundes des guten Gothic Rock werden. Dann nämlich erscheint das neue Werk der Bochumer Band Sweet Ermengarde: Ex Oblivione“. Die 2011 gegründete Band versteht sich darauf, frische Klänge mit Einflüssen britischen Gothic Rocks aus den 1980ern zu verknüpfen. Insbesondere Freunde von Szenegrößen wie den „Fields Of The Nephilim“, „The Mission“ oder „And Also The Trees“ werden Gefallen an diesem Album finden.

Kurz und knackig gibt es nicht, Sweet Ermengardes zweiter Longplayer „Ex Oblivione“ hat eine Spieldauer von nahezu 75 Minuten und jeder der langen Titel findet seinen Weg in die Gehörgänge geneigter Hörer – wie Schokolade, die auf der Zunge zergeht.

Bereits der Opener  „Ex Oblivione“ versteht sich darauf den Hörer aus der Realität abzuholen. Langsam aber beständig steigert sich die Geschwindigkeit, ehe der Titel nahtlos im schnelleren und nicht minder melodischen „Into Oblivion“ aufgeht. Der Weckruf erfolgt mit „From Beyond (Sleep is better than prayer)“. Spätestens nach diesen wie aus einem Guss wirkenden Titeln ist man angekommen in der Welt von Sweet Ermengarde.

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In der folgenden Stunde wird der Hörer von einer gesunden Mischung aus treibenden und auch tanzbaren Titeln, aber auch wunderbaren Balladen verwöhnt. Jeder Song glänzt für sich durch einen dramaturgisch geschickt inszenierten Aufbau, vielfältigen Melodien und Texten. Wiederholt beweist Sänger Daniel, welch stimmliche Bandbreite er beherrscht. Gekonnt meistert er gefühlvolle Balladen wie „Drain“ oder „Beneath this House“ und rockige Titel wie die Vorab-Single „Tender Russian Roulette“ oder „Dreamlands“. Doch auch das Konstrukt aus „I have been in love with no one, and never shall, unless it should be with you“ – dem vermutlich längsten Titel für ein zweiminütiges Zwischenspiel auf einem Album – und „Carmilla“ gewinnt durch seine Stimme und geschickte Komposition die Gunst des Hörers.

Langsame wie auch schnelle und tanzbare Nummern halten sich gut die Waage auf Ex Oblivione. So wie gegen Mitte des Albums mit der Liebesballade „Carmilla“ die Geschwindigkeit abnimmt, so sehr legen Sweet Ermengarde noch einmal mit „Nigredo Clad“ und „Dead of Night“ nach, ehe sich das Album dem Ende entgegen neigt und letztlich mit dem geheimnisvoll anmutenden, sphärisch klingenden „For Your Bodies Are The Temples Of The Holy Ghost“ ohne großes Brimborium abschließt und den Hörer wieder in die Realität entlässt.


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„Ex Oblivione“  von Sweet Ermengarde klingt wie aus einem Guss und hat das Potenzial, eines der wichtigsten Gothic Rock Werke im Jahr 2016 zu werden. Ein Album, das in keinem CD-Regal fehlen sollte!

Titel:

  1. Ex Oblivione 07:30
  2. Into Oblivion 07:04
  3. From Beyond (Sleep Is Better Than Prayer) 04:19
  4. Port Of Hope 04:55
  5. Tender Russian Roulette 04:02
  6. I have been in love with no one, and never shall, unless it should be with you 02:05
  7. Carmilla 06:53
  8. Dreamlands 05:56
  9. Drain 04:05
  10. Nigredo-Clad 04:15
  11. Dead Of Night 06:38
  12. Beneath This House 05:26
  13. For Your Bodies Are The Temples Of The Holy Ghost 11:06

Website: http://www.sweet-ermengarde.de/

Autor: Last-Apocalypse